Die Sonntagsangler

Spinnfischen & Fliegenfischen in Brandenburg und Berlin

Aktenzeichen Dickbarsch ungelöst – Das Glück ersetzt das Können

Irgendwie ist beim Barsch der Wurm drin, bzw. eher bei mir. Oder genauer gesagt der Wurm dran vorm C-Rig. Trotz sehr vieler Angeltage gezielten Bemühens blieb kein vernünftiger Barsch hängen. Egal ob Brücke am Britzer Kanal oder Strecke machen am OHK, das Resultat blieb immer gleich: Viele Barsche bis 25cm max. Vielleicht sind meine Erwartungen einfach nicht realistisch, aber 30er Barsche sollten doch zumindest ab und zu drin sein. Das Problem Barsch habe ich dann Hecht sei Dank aufgeschoben, denn wenn ich nur Zuppelbarsche fangen kann, sind mir doch 60er Fische lieber. Alleine hätte ich mich wahrscheinlich noch sehr viel länger in das Thema verbissen, aber Leo hat pro Tag genauso viele Hechte wie ich 20er Barsche gefangen. Und da Angeln keine Arbeit ist, habe ich mich der Macht des Exempels gebeugt.

Dennoch fische ich beim Hechtangeln sehr gerne sehr kleine Köder, zB. Mepps in Größe 1. Die dann stromauf geworfen und unter dem eigenen Ufer ganz sachte eingeleiert sorgen für überraschend viele Bisse. Auch Gummifische in 3“ im Barsch Design sind nicht soviel schlechter für Hecht als 5“ Größen. IMHO, ist klar. Extrem gut funktioniert auch der Zanderkiller, den es nach meinem jetzigen Informationsstand nur hier gibt: http://www.maerkischer-anglerhof.de/. Aber letztendlich bin ich auch kein Hechtexperte und verwende diese Köder deswegen, weil ich immer hoffe, das Projekt Dickbarsch durch Glück zum Erfolg zu führen. Glück ist ein wichtiger Faktor beim Angeln, zumal wenn man die Möglichkeit für gelegentliches Glück steigert. Deswegen meine Köderwahl wider die einschlägige Lehrmeinung. Der erste Einschlag in Richtung Dickbarsch waren 29,5 cm , die ich aus einem Seerosenfeld gekurbelt habe. Ein Spot, der bisher und hinterher immer nur Barschbabies gab. Und ein 40er Rapfen, der den Köder direkt nach dem Einfall ins Wasser mit einem schönen Schwall nahm.

Ich weiß, 29,5 cm ist kein gigantischer Barsch, aber bei der Dickfisch-Jagd muss man sich die Alterspyramide des Zielfisches vor Augen führen. Fange ich nur viele kleine, habe ich nichts gelöst. Nähert sich die Fangverteilung der Alterspyramide an, bin ich auf dem richtigen Weg. Jedenfalls hat das bei der Abteilung Fettflosse so funktioniert. Deswegen bedeutete dieser Barsch möglicherweise ein Signal. Ein paar Wochen später klopfte ich zum x-ten Mal eine Schleuse eines Kanals ab. Der genaue Name des Spots ist mir leider entfallen, aber man kann da gut parken und ein paar Würfe machen. Und genau dort verlor ich einen 35er Barsch bei der Landung. Deswegen kein Fotobeweis, aber ihr glaubt mir auch so. Leider blieb auch dieser Fisch durch Zufall hängen, denn dort gab es weder vorher noch hinterher Dickbarsch.

Als ich dann letztens mit dem Bellyboot auf einem See in der Nähe Berlins unterwegs war und schon 5 Hechte bis 80 cm gefangen hatte, hatte ich dann so ein funky Gefühl: Einfach mal den kleinen GuFi parallel zur Scharkante langsam faulenzen. Ein Wurf, nur damit man es getan hat. Nach zwei Lupfern kam der harte Biss beim Absacken des Köders. An dem Tag hatte ich echt Routine und der Anschlag saß. Ich tippte sofort auf kleinen Hecht, auch wenn die Kopfschläge etwas ungewöhnlich waren. Als ich den Fisch im glasklaren Wasser sah, tippte ich auf kleinen Karpfen. Als dann aber Streifen sichtbar waren, wurde das ganze Ausmaß des Geschehens begreifbar: Ein Barsch. Und was für einer. 42 cm. Fotobeweis hier. Die Qualität ist mies, ich weiß, aber für mich ist die waidgerechte Handhabung des Fisches wichtiger als ein vernünftiges Foto. Bin halt nicht mehr 17.

Barsch 42 cm

Und so ist mein Zwischenstand: Anständiger Barsch PB, aber so richtig gelöst und verstanden ist das Thema Barsch immer noch nicht. Aber ich bleibe dran, verlasst euch drauf!

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  1. Backfisch

    Ja da kann ich auch ein Liedchen von singen! Die dicken Tigerenten entziehen sich irgendwie jeder Logik. Petri zu dem tollen Fisch! Bei mir sinds dieses Jahr erst 3x 30er :-/

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