Die Sonntagsangler

Spinnfischen & Fliegenfischen in Brandenburg und Berlin

Der Blick über den großen Teich – Bucktail Spinner

Hallo liebe Angelfreunde,

neue Trends kommen oft aus anderen Ländern zu uns. Gerade wir Kunstköderfetischisten entdecken oft Methoden aus der Bass- oder Muskie Fischerei für uns.  Stellvertretend sei hier für das Bassangeln das Texasrig mit allen Ablegern genannt, beim Muskiefischen ist es der Jerkbait oder gar die neueste Welle in Form des Bigbaits. Diese Methoden haben sich so sehr eingebürgert, dass sich viele gar keine Gedanken machen, wo diese Methoden herstammen. Damit aber so ein richtiger Trend losbricht und im Mainstream landet, muss meiner Wahrnehmung nach eine ganz wichtige Komponente erfüllt sein: Man muss neues Tackle benötigen.

Für das Texasrig benötige ich extrem schnelle Ruten, und zwar schneller als die altmodischen Barschruten, um den Biss zu erkennen und dann den Anhieb an lockerer Schur hart genug setzen zu können. Bei Jerkbaits brauche ich kurze Ruten, um die korrekten Schläge nach unten setzen zu können und bei Bigbaits verwende ich Ruten, die auch mal Wurfgewichte von 150 Gramm aushalten, was vorher den Brandunsganglern vorbehalten war.

Die Geräte Industrie ist zu Recht auf der Suche nach neuen Trends, die auch für uns in Europa Fisch bringen. So richtig Gas aufs Content Marketing wird aber nur gegeben, wenn man dann neue Ruten verkaufen kann. Auch die Angeljournalisten freuen sich, neue Methoden und neues Tackle vorstellen zu können. Die Bühne ist so bereitet und alle kaufen sich die notwendigen Gerätschaften. Soweit so gut, und ich sollte nicht mit Steinen werfen. Immerhin besitze ich eine japanische Seabass Rute für die Meerforellenfischei, obwohl ich vorher schon eine leidlich gute klassische Meerforellen Spinnrute mein Eigen nennen konnte. Und natürlich bin ich der Industrie dankbar, denn neues Tackle macht glücklich.

Es gibt aber eben auch anglerische Ideen aus aller Herren Länder, die auch bei uns passen (können), aber nie entsprechend promotet werden, weil die Industrie daran nichts verdient. Es hilft also nichts, man muss selber auf die Suche gehen. Youtube & Co. macht einem das heutzutage extrem einfach. Und so habe ich viele Stunden Videomaterial zur Muskiefischerei gesichtet. Dieser Zielfisch wird nicht nur groß (über 140cm), sondern ist auch wohl viel schwieriger zu fangen als unser Hecht. Und neben Jerk- und Bigbaits wird genau ein Köder in allen Videos immer wieder empfohlen: Der Bucktail Spinner. Wenn Jerk- und Bigbaits bei uns Mainstream geworden sind, kann der Bucktail ja evt. auch was, so mein Gedanke.

Ich will mich jetzt nicht hinstellen und so tun, als wenn ein Bucktailspinner etwas krass Neues bei uns ist, aber man kann diese in den meisten Angelshops nicht kaufen. Beim Pikeshop wurde ich dann fündig und bestellte ein paar dieser Dinger. Die nächsten baue ich vielleicht selbst.

Anglerisch ist die Idee einfach: Spinner lernen die Fische schnell zu meiden, so dass man darauf meistens nur kleine Fische fängt. Man ergänzt den Blinkreiz aber beim Bucktailspinner durch mehr Material. Wenn Muskies das nicht lernen können, sollte es beim Hecht auch klappen, so war jedenfalls die Idee.

Auf dem Foto könnt ihr sehen dass ich bei einem Bucktail die Drahtachse verbogen habe. Dadurch gibt es überhaupt keinen Drall mehr. Natürlich nicht meine Idee, auch hier half Youtube. Die Bucktails oben wiegen 21 Gramm und sind 15 cm lang.

Anwendungsgebiet von Bucktails ist das flache Wasser oder über Kraut. Diese Mega-Spinner laufen ca 20 cm tief und werden einfach gleichmäßig eingeleiert. Der Druck auf der Rute hält sich in Grenzen, da das Spinnerblatt recht klein ist. Meine M Rute passt perfekt dazu, aber eigentlich ist es egal, was man verwendet, solange das Wurfgewicht passt.

Natürlich habe ich gestern beim Einläuten der Hechtsaison vom Belly Boat aus knallhart auf Eigenbau Baits gesetzt. Auf einen recht kleinen Balsa-Crankbait gabs erst diesen Hecht. Kein Riese…

Danach ging aber erstmal gar nichts. Also habe ich mit dem Gummifisch größere Tiefen erfolgslos abgefischt und einmal mehr gelernt, dass tiefes Angeln nicht so meins ist. Also zurück ins Flachwasser. Dort hing ich mit den Eigenbau-Wobblern immer im Kraut fest und gab deswegen dem Bucktail die Chance. Und es kam wie es kommen muss: Nach 5 Würfen gab`s den erhofften Einschlag. Nach einigen Fluchten und bangen Minuten bekam ich den Fisch dann ins Bellyboat gehievt. 92cm ist nen Bombenstart in die Saison und eine kleine Belohnung für meine nerdhafte Recherche. Dazu Belly Boat PB und Brandenburg PB. Ich freue mich immer noch.

Abends gabs dann Schnaps. Probiert`s auch mal mit Bucktails, oder von mir aus auch alternativ mit Schnaps.

 

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