Den Tag der Deutschen Einheit feierten wir angemessen, indem wir Sonntagsangler (Ost und West vereint) als zugezogene Ost-Berliner ein paar gemeinsame Tage zum Hechtangeln auf Rügen verbracht haben. Ein Vorhaben, was vor 1989 nur wenigen, speziell geschulten CIA-Agenten vergönnt war… oder so ähnlich. Aber genug der Politik, denn wir waren vier Tage Hechtangeln, was allemal spannender ist. Und was soll ich sagen… Licht und Schatten lagen nah beieinander.

Nachdem wir am Freitag abends nach einer gefühlten Ewigkeit und einer faktischen Umfahrung endlich im Ferienhaus ankamen, haben wir den Stress der Woche erstmal bei einem Bierchen ausklingen lassen. Und weil mehrtönige Melodien wundervoll sind, wurden aus einem Bierchen wohl auch „zwei“. Munkelt man.

Nachdem wir unsere Mitreisenden zu Kopfschütteln animiert hatten, als wir überzeugt sagten: „Um 7 Uhr müssen wir im Wasser sein“, haben wir unseren Plan durchgezogen. Nach einer kurzen Nacht klingelte der Wecker und der Tag ging los. Zunächst hat der Tag davon aber nicht viel mitbekommen, denn draußen war es mindestens so dunkel wie der Kaffee, den wir runterstürzten.

Und obwohl ich wahrscheinlich einen der vorderen Plätze in einer Morgenmuffel-WM belegen würde, bin ich beim Watangeln (fast) immer top motiviert. Wind war da (aus Osten), aber immerhin war die Wetterlage seit Tagen stabil. Daher rein in die Wathose und ab ins Wasser. Denn nur der Bait im Wasser fängt Fisch.

Wir erlebten einen großartigen Sonnenaufgang und ich hatte das Glück, dass ich meine neue Big-Bait-Kombo (dazu mehr in einem anderen Artikel) einweihen konnte: Der Sebile Magic Swimmer in 16,5 cm / goldbronze erwies sich als der Killerköder, den an diesem Morgen lief es bei mir… am Ende sollten nach 3 Stunden 7 Hechte auf meiner Uhr stehen. Großartigster Moment: Ich fing 3 Fische in 5 Würfen und das als derjenige, der in der Mitte gewatet ist. Manchmal passt es einfach…

Doch auch Sander und Henry konnten einige schöne Fische fangen, dazu kommt aber sicherlich noch mal ein Artikel von Henry (und Sander? 🙂 )… denn so viel sei verraten: Die kontinuierliche PB-Verbesserung setzt sich auch in diesem Jahr fort. Und Sander lieferte mit Eigenbau-Baits eine sehr gute Performance ab. So gut, dass ich mir den weißen Eigenbau-Jerk für meine eigene Box sichern konnte.

 Am Sonntag schlug dann das Wetter um und aus stetigem Ostwind wurde unbeständiger Süd / Südwest Wind. Und was soll ich sagen… der Wetterwechsel hat die Fischerei nicht einfacher gemacht. Nachdem in der Morgenschicht nicht viel ging und Henry und ich an einem anderen Spot auch schneiderten, musste Henry sich auf den Weg machen und ich neue Motivation für den Nachmittag sammeln.

Doch zum Glück hatte Sander die Idee, am Nachmittag mit der Fliege anzugreifen und so konnten wir am Sonntag beide noch den ein oder anderen Fisch an die Fliegenschnur bekommen. Immer wieder erstaunlich, wie effektiv die Fliege im Flachwasser und bei zickigen Bedingungen ist.

Doch der Wetterwechsel machte uns weiter zu schaffen und so entwickelten sich die Fangzahlen von 21 zu 7 zu 4. Aber immerhin gab es Fisch, denn die Berichte vor unserem Trip waren – naja – verheerend. Aber dafür kann man ja angeln 🙂 

Schlussendlich war es wieder mal ein geiler Sonntagsangler-Trip. Mit maximal 82 cm setze ich den letztjährigen Trend des Kleinfischkommissars fort und hoffe inständig, dass auf den nächsten Trips endlich mal wieder ein 90+ Fisch hängen bleibt.

Und zum Abschluss will ich euch noch mal diesen wunderschönen Beifang unter die Nase reiben: Schöne 35 cm und damit ca. doppelt so groß wie der Köder.


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